
Der 9. November 1938 ist der Tag, der symbolhaft für die Pogrome gegen jüdische Mitbürger zwischen dem 7. und 13. November ganz Deutschland steht. Die Ausschreitungen waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im Deutschen Reich. Über 1.300 Menschen star‐ ben, rund 30.000 Juden und Jüdinnen wurden verhaftet oder in Konzentrationslager gebracht. Schlägertrupps zerstörten jüdische Geschäfte, Synagogen und Wohnungen.
Spätestens nun konnte alle sehen, dass in Deutschland Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Dieses Pogrom war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Ge‐ schichte.
An den Aktionen beteiligten sich auch Angehörige der Hitlerjugend und weiterer NS-Organisationen. Der Mob nutzte die Chance zur Plünderung. Die Deutschen wurden Zeugen, wie die Menschenrechte und die Men‐ schenwürde im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten wurden. Unter den Gaffern wurde gejubelt und gejohlt, andere haben schweigend oder gleichgültig hingenommen, was geschah. Die Juden wurden na‐ hezu allein gelassen.
In Perleberg fand am 10. November 1938 auf dem Großen Markt eine Kundgebung statt, auf der der NSDAP-Ortsgruppenleiter Helmut Schmelzer aufrief, Perleberg zu einer „judenfreien Stadt“zu machen. Malwine Sternberg, Margarete Franke, die Familien von Adolf Lewandowski und Markus Lang wurden anschließend in ihren Wohnungen von SA und Mitläufern überfallen und misshandelt.
Seit 2009 erinnern Stolpersteine in Perleberg an jüdische Mitbürger, die an diesem Tag den Opfer des Ras‐ senwahns wurden und in den folgenden Jahren zur Auswanderung gezwungen, deportiert und ermordet wur‐ den. Am 9. November gedenken Perlerberger an den Stolpersteinen an das Geschehen 1938 und in der Zeit des Nazionalsozialismus.
Montag 9. November 17.00 Uhr
Beginn Großer Markt 11 | 19348 Perleberg
eine Veranstaltung der Stadt Perleberg in Zusammenarbeit mit dem Gottfried-Arnold-Gymnasium